Ford Thunderbird Club Deutschland

Normale Version: Kaufberatung Flair Bird (Ford Thunderbird 1964-1966)
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2
Die an anderer stelle erwähnte geplante Besichtigung eines 64er Tbirds für einen ausländischen Interessenten nehme ich mal als Anlass eine kleine Kaufberatung zusammenzustellen. Diese soll unserem Mitglied Andy dann auch als Hilfe bei der Besichtigung dienen.
Bitte die Liste mit allgemeinen und fahrzeugspezifischen fortlaufend ergänzen.

- Rost am Unterboden (in dem Zusammenhang checken ob er vielleicht nur billig mit Unterbodenschutz geduscht wurde)
- Sichtprüfung von Buchsen und Lagern
- Sichtprüfung auf Inkontinenz
- Funktionieren alle Anzeigen im Innenraum
- Fensterheber (falls elektrisch) checken
- ist es eine Spachtelbude? Mit Magnet Karosserie checken
- Zustand Kofferraum
- Zustand Sitze
So, neuer Versuch, nachdem ich gestern ca. 30000 Zeilen mit dem Knie gekillt hatte....
Da ich ja ,mehr oder weniger bekanntlich,einen gefledderten 64er Convertible wieder Federn wachsen lassen will, andererseits aber ebenso einen 64er Coupe ausgebeint habe, seit etwa 18 Jahren an den Vogel arbeite und forsche, wage ich zu behaupten, dass ich die meissten Schwachstellen kenne, sowohl beim HT, als auch beim Conv.
Ich werde den Text immer wieder zwischenspeichern, dann fortsetzten und ergänzen.

Zuerst Grundlegendes:

Zur Besichtigung ( und die ist zwingend) ist folgendes mitzunehmen:

-Blaumann,Kittel, oder sonstiges Ölzeug
-Taschenlampe
-möglichst ein Endoskop für die Hohlraumbesichtigung
-Lack-Schichtdickenmesser oder einen einfachen (schwachen) Magnet
-wer von der Materie wenig, bis keine Ahnung hat, einen Wissenden Menschen, der sich idealerweise mit alten Autos auskennt.Besser noch jemanden, der sich mit alten Detroit Iron auskennt und am Besten jemanden, der sich mit alten US Ford Fahrzeugen auskennt. Das NonPlusUltra wäre ein T-Bird Auskenner.
-vor Ort,das Objekt der Begierde von ALLEN Seiten (auch von unten) frei zugänglich verlangen. Probefahrt ! , und wenns nur übern Hof ist ( nicht unbedingt wünschenswert - mit roter Nummer übern Highway ist eigentlich Pflicht! ). Hebebühne ist sehr vorteilhaft ! (Händler, die ne schnelle Mark machen wollen, tun sich da schwer und verstecken die Kisten meist in der letzten Ecke).

Meine Abkürzungen:

HT = Hard Top Coupe
Conv. = Convertible (Cabrio)


(Zwischenspeichern)....


(Fortsetzung)......

Nun Butter bei die Fische !

Karosserie:

Rostbefall:

-Heckabschlussblech
-Unterkanten der hinteren Kotflügel
-hintere Quarterpanels
-Radläufe hinten
-Kofferraumboden
-Bodenbleche Fahrer - und Beifahrerfußraum
-Türunterkanten
-Wasserkasten unter der Heckscheibe ( nur HT)
-Wasserkasten unter der Frontscheibe ( HT + Conv.)
-Upper Back Panel ( nur Conv., dafür kritisch !)
-vordere Falz der Motorhaube, wenn die Dichtung zwischen Haube und Kühler montiert ist ( in Zukunft weglassen und mit nen bissel Dreck dazwischen leben - Dreck wischen ist einfacher, wie Haube wechseln...)

wenn mir nochwas dazu einfällt, ergänze ich es und weise auch daruf hin - Danke.


Fahrwerk:

hier lass ich mal die normalen Verschleissteile, wie abgerockte Bremsbeläge oder tote Stoßdämpfer, etcpp. einfach mal weg...

-Federn hinten ( die dürfen keinesfalls durchhängen, sondern sollten immer eine "positive" Stellung haben)
-sämtliche Federbuchsen ( OK, ist auch normalen Verschleiß unterlegen)
-Traggelenke vorn ( die originalen sind sowieso hinüber und die verfügbaren NOS Parts sind qualitativ max. in China einzuordnen. Also uffbasse!)
-Simmerringe der HA aussen (Undichtigkeiten sieht man nur von der Innenseite her, oder wenn die Bremstrommel runter ist)
-Querlenker vorne (unten und oben) - Gummilager
-Spurstangenköpfe
-Stabigummis
-Längslenkergummis


Motor und Anbauteile:

-Undichtigkeiten an der KW zum Getriebe
-Undichte Froststopfen
-Wasserpumpe
-Servopumpe
-meist undichter ( Beifahrerseite) RECHTER Auspuffkrümmer (Krankheit ! und nur also teueres Reproteil zu bekommen!)
-Kompression messen, wenn möglich


Getriebe:

-Undichtigkeit am Hals zum Kardan hin
-Schaltverhalten (deswegen Probefahrt !)
-Undichtigkeit an der Schaltwelle
-Ölprobe !!!! ( das muß Kirschrot sein und darf nicht stinken !)
-Undichte Ölwanne
-Öltropfen am Wandlergehäuse ( Ölpumpenwellendichtung ?) - hier aber genau schauen, ob es Motoröl oder Getriebeöl ist. Beides abzudichten ist aber eine Scheissmaloche !
-Kickdownprüfung (Modulatortest)


bitte habt Geduld - ich mach dann neulich weiter mit der Elektrik und auch speziellen für das Conv. ....Danke !

Wenn aber jemand spezielle Fragen dazu hat, dann fragt einfach ! Selbst, wenn die Frage mehrfach gestellt wird, werde ich dazu Antworten, bzw. einen Verweis zur Antwort geben....


Elektrik

Fortsetzung mit der Elektrik, soweit ich das beurteilen kann. In diesen Zusammenhang ist dann auch gleich die Elektromechanik dabei. Allerdings kann ich keine detaillierten Tipps zu elektrisch verstellbaren Sitzen oder Klimaanlagen geben, da ich die schlicht noch nicht unter den Fingern hatte.
Generell ist die Elektrik der alten Donnervögel relativ robust und wenig störanfällig, da hier noch richtige Kabel mit den richtigen Querschnitt verlegt wurden und keinerlei Computertechnik vorhanden ist. Selbst von den verbauten Relais ist mir noch keines untergekommen, was seinen Dienst quittiert hat.
Da aber unsere alten Eisen schon mind.1/2 Jahrhundert auf den Buckel haben, bleiben Basteleien von unbekannten Ownern nicht aus. Somit sind auch verschiedentliche "Kabelverwirrungen" nicht auszuschließen.Am besten sieht man die, wenn man sich das Kreuz verrenkt und mit ner Taschenlampe unter das Dashboard schaut.
VORSICHT ist angebracht, wenn man die allseits bekannten "Stromdiebe" findet. Sowas könnte zu diversen Ausfällen in der Bordelektrik führen !
Aber jetzt mal zu den Bauteilen selbst.

-elektrische Fensterheber (die müssen sauber, ohne zu haken auf und ab fahren - zu den mechanischen Sachen komm ich später)
-Lichtmaschine/Regler - Ladespannung an der Batterie sollte mind. 13,5V haben
-Cluster Voltage Regulator ( der geht gerne kaputt und dann zeigen die Instrumente Bullshit an - sitzt in der Nähe des Zündschlosses)
-Sequential Turn Signal (ab 65)
-Neutral Switch (eher selten defekt, aber meist total verstellt/verschlissen, was echte Verrenkungen macht, den wieder einzustellen. Ausserdem werden darüber auch die Backup-Lights geschaltet)
-kapotte Birnen zähl ich mal nicht mit auf.....
-Schaltereinheit auf Mittelkonsole für die EFH ! (Sauteuer und öfters mal, aus Kostengründen, mit chinesischen "Ersatz" gefixt)

Fensterheber

die Motoren selbst sind robust gebaut, aber die Getriebe zeigen Anfälligkeiten, vor Allem die hinteren, da die in einem extra Gehäuse sitzen, wo Dreck und Wasser zerstörerisch wirken. Zudem sind da die Zahnräder aufvulkanisiert, was zu Brüchen führen kann. Ersatz gibt es, aber der ist teuer und der Austausch ist Zeitaufwändig. Die Vorderen sind da weniger anfällig und auch einfacher auszutauschen.
Problematisch sind auch die "Getriebe" der vorderen Vent Windows. Das Zeugs ist nur aus Alu und somit äusserst Anfällig für Verschleiss. Hier also besondere Aufmerksamkeit walten lassen.
Vielen lieben Dank schon mal, Uwe!
Bei Gelegenheit wird der Beitrag noch etwas aufgearbeitet und dann im Unterforum oben angepinnt.
Sorry, hatte heute einen langen Tag und kann momentan keinen klaren Gedanken fassen.......Ich mach aber alsbald weiter mit meinen Tipps. Blush
Geht mir heute ähnlich.
Alles ganz entspannt. Mach einfach wann du Zeit und Lust hast.
ich hab den Eingangsthread mit der Elektrik erweitert.......Weiteres folgt und wird auch genau da von mir ergänzt.
Zur Karosse fällt mir noch ein :

- unbedingt den hinteren Zwischenraum an den Unterkanten der vorderen Kotflügel kontrollieren !!! ( der Bereich direkt nach dem Vorderrad).

Bauartbedingt sammelt sich da vom Motorraum her, ziemlich viel Zeug ( bei mir war es einiges an Laub, ein Mäuse oder Ratten Nest , etc ).
Wenn dazu noch Wasser kommt, dann ist die Rostquelle perfekt.

Am besten vom Motorinnenraum an der Spritzwand links + rechts von innen in die Kotflügel leuchten mit ner guten Taschenlampe, oder von unten hinein schauen. Da verbirgt sich oft der Schmodder und der Rostgilb drin.

Gruß
Peter
(27-02-2017, 05:24 PM)Herr_PS schrieb: [ -> ]Zur Karosse fällt mir noch ein :

- unbedingt den hinteren Zwischenraum an den Unterkanten der vorderen Kotflügel kontrollieren !!! ( der Bereich direkt nach dem Vorderrad).

Bauartbedingt sammelt sich da vom Motorraum her, ziemlich viel Zeug ( bei mir war es einiges an Laub, ein Mäuse oder Ratten Nest , etc ).
Wenn dazu noch Wasser kommt, dann ist die Rostquelle perfekt.

Am besten vom Motorinnenraum an der Spritzwand links + rechts von innen in die Kotflügel leuchten mit ner guten Taschenlampe, oder von unten hinein schauen. Da verbirgt sich oft der Schmodder und der Rostgilb drin.

Gruß
Peter

und genau an dieser, von dir beschriebener Stelle, hatte ich keine Spur von Rost gefunden, auch wenn der ganze Hohlraum voller Dreck war......
Das lässt sicjh auch ganz leicht kontrollieren, wenn man mit einer 1/2" Nuss und Ratsche, die Radhausauskleidung demontiert....
Apropos Radhausauskleidung - wenn sie überhaupt vorhanden ist, sind auch meist die Dichtlippen daran defekt oder nicht mehr vorhanden. Originalen Ersatz hab ich aber bisher noch nicht gefunden.....
Bei drei TB die ich mir angeschaut hatte, war in diesem Bereich der Rost nur so am blühen Confused
OK, dann nehmen wir das einfach mit in die Beratung auf. Erfahrungen von Usern sind immer hilfreich. Danke für den Hinweis...... 2xthumbsup
Seiten: 1 2